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Chaotisches Comeback
Nachdem wir fast ein Jahr nicht mehr gestartet waren,
freuten wir uns natürlich riesig, beim Topevent des Jahres, der 16.
Grabfeldrallye mit einem neuen Geschoss an den Start zu gehen. Und eins vorweg
gesagt, wir hatten ne Menge Spass, auch wenn wir ein klein wenig vom Pech
verfolgt waren.
Die Anreise am Freitag verlief zunächst noch gewöhnlich, mit
den üblichen Staus, auch die technische Abnahme danach war natürlich kein
Thema, mit nem gemütlichen Grillabend mit befreundeten Teams liessen wir den
Tag zu Ende gehen, um am Tag der Rallye auch ein wenig ausgeschlafen zu sein.
Die Luftmatratze machte uns allerdings erst mal einen Strich durch die Rechnung
und sorgte mit massivem Luftverlust, für eine schlaflose Nacht. Da es jedoch
zum Rallyefahren dazugehört, nicht all zu viel zu schlafen, liessen wir uns
dadurch nicht einschüchtern.
Am Samstagmorgen ging es also los zum Abfahren der
Wertungsprüfungen, die denen des letzten Jahres ähnelten, was den Aufschrieb
erleichterte. Leider mussten wir schnell feststellen, dass der grosse Omega
Kombi nur bedingt tauglich ist, um enge Feldwege abzufahren und wir
verabschiedeten uns von einem Rückspiegel.
Gegen Mittag standen wir dann also völlig angespannt am
Start der WP1 und wurden vom Zähler auf die Strecke losgelassen. Schnll merkten
wir, dass das Fahrzeug leistungsmässig sehr viel Potential hat, wir uns aber
erstmal mit dem knüppelharten Fahrwerk und dem trägen Lenkansprechen anfreunden
mussten (Leider reichte die Zeit nicht mehr, die kürzere Lenkung einzubauen,
die uns beim Vorgänger auf Anhieb enorme Zeitverbesserungen brachte).
Natürlich verlief die erste Prüfung dann auch dementsprechend . Einige
Schaltfehler, ein kurzes Rücksetzen an einem Graben und zwischenzeitliches
Komplettversagen der noch nicht eingebremsten Beläge bescherten uns erstmal
eine Zeit jenseits von Gut und Böse und es wurde uns wieder bewusst, „dass
Rallyefahren gar ned so eifach isch“ und ohne Routine nicht viel geht…
Die 2. WP lief schon etwas besser und wir verbesserten auch
unsere Zeit, auch wenn die Bremse wieder versagte, was uns etwas das Vertrauen
nahm. Am Ziel der Prüfung qualmte sie dann auch ordentlich, verrichtete aber
von nun an ordentlich seinen Dienst. WP3 lief auch ohne weitere Zwischenfälle.
An der Zeitkontrolle vor der 4. Prüfung fing auf einmal der Motor
heftig an zu nageln, so dass wir uns kurzzeitig überlegten, das Auto
abzustellen. Da wir jedoch voll heiss auf die 10km lange Prüfung „Bayernturm
XXL“ waren, entschieden wir, das Risiko einzugehen und fuhren auch recht sicher
eine ganz annehmbare Zeit.
Danach war Regrouping mit einer einstündigen Zwangspause
angesagt. Ca. 10 Mnuten vor unserer neuen Startzeit begaben wir uns also wieder
zu unserem Auto und öffneten die Türen… Besser gesagt, wollten die Türen
öffnen, mussten aber feststellen, dass der Autoschlüssel sich einen Weg aus der
Hosentasche gesucht und sich selbständig gemacht hatte. Jetzt war Hektik
angesagt. Der ganze Platz wurde abgesucht, Veranstalter wurden gefragt, bis wir
nach einiger Zeit auf den Finder des Schlüssels stiessen und völlig
verschwitzt, aber mit nur 2 minütiger Verspätung an der ZK stempeln konnten.
Trotz des Stresses fuhren wir auf der 5.Prüfung eine ganz
passable Zeit und langsam gewöhnten wir uns an das Auto und es kam so langsam
etwas Fluss in die Fahrt. WP6 war wieder eine Wiederholung der ersten, welche
wir ja schon im letzten Jahr recht schnell beendeten und wir taten recht
vorsichtig, fuhren jedoch schon wesentlich besser, als beim 1. Durchgang.
Dann kam der finale legendäre Rundkurs über den
„Sulzdorfring“. Auf diesem sehr kurzen Rundkurs mitten durch Sulzdorf, der
jedes Jahr von unzähligen Zuschauern gesäumt ist, wurde schon so manche Rallye
entschieden. So auch beinahe für uns. In der 2. Runde rutschen wir auf etwas
Kies und konnten uns gerade so vor dem Graben retten, an dem so mancher
Teilnehmer den Weg durch die Wiese nehmen musste, ein rücksetzen war jedoch
unausweichlich. Dann kam jedoch die Zielkurve. Das Fahrzeug übersteuerte, wir
drehten uns sehr schnell ein und sprangen mit der linken Seite voraus in die
Wiese, wo wir ca. 5m vor dem Ziel zum stehen kamen. Ein paar aufgeweckte Helfer
machten uns sofort Platz, so dass wir nach einiger Zeit wieder irgendwie die
Prüfung und damit auch die Rallye irgendwie beenden konnten. An dieser Stelle
könnten wir jetzt noch schreiben, wie es dazu kommen konnte, da wir jedoch den
üblichen Verdächtigen nicht den Wind aus den Segeln nehmen wollen, lassen wir
ihnen gerne hier etwas Freiraum für ihre wilden Spekulationen.
Geplant ist nun als nächstes ein Start bei der Rallye Calw
Anfang September. Wir hoffen, dass wir bis dahin das Setup was Fahrwerk und
Lenkweg angeht noch verbessern, sowie die stark beschädigte
Hinterachsübersetzung, die leider sehr schwer aufzutreiben ist, wechseln zu
können.
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